Helene Fischer Farbenspiel Tour Kritik

Die Helene Fischer Farbenspiel-Tour-Rezension

Die adornitische Kulturkritik hat mir nie gefallen. Ich freue mich, dass ihr Idol live auftritt, andere zum Beispiel auf Facebook kritisieren. Jetzt beginnt ihre große Tournee. trifft sich in einer Zeit, in der die Popsängerin massiver Kritik ausgesetzt ist.

Hamburg, es gibt kein Entkommen: Du willst die schreckliche Reinheit zurück.

Hamburg, es gibt kein Entkommen: Du willst die schreckliche Reinheit zurück. Wenn manche Kritiker nach einem idealen Grund für mehr Alkoholeinfluss bei der Arbeit suchen, kann ich Helene Fishers DVD "Farbenspiel Leben - Die Tournee" nur empfehlen. Ende 2013 hat sie mit ihrem neuen Werk "Farbenspiel" trotz der Musikkrise einen der umsatzstärksten Alben in Deutschland veröffentlicht.

Sie steht mit über zwei Mio. verkauften Exemplaren im Einklang mit den Beatles "The Wall" von Michael Jackson, "Bad" und "1962-1966" von The Beatles. Die Weltmeisterin verdirbt die Party, wirbt für Meggle, Garnier, VW und Tschibo und tritt 2015 neben dem murmelnden König Til Schweiger am Tatorte.

Es gibt kein Entrinnen von Helene Fischer. In seinem unautorisierten Werk "Helene Fischer - die exclusive Biografie" schrieb Conrad Lerchenfeldt, dass die Künstlerin in ihren frühen Tagen "selbst bei dem Gedanken über eine zukünftige Entwicklung in der Hitwelt " in die Träne geriet. "Man sollte mit solchen Arbeiten bekanntermaßen aufpassen, aber das in Hamburg aufgenommene Konzertprogramm läßt wenigstens vermuten, daß Lerchenfeldt nicht ganz falsch ist.

Fischer, geboren in Krasnoyarsk, Sibirien, hat nicht den reinen Hit ihrer Studio-Choreographie. Helene Fischer und ihre mehrköpfige Gruppe schaffen es mehrmals aus der Discofox-Hölle der banalen Studioversionen zu entkommen. Selbst der kleinste Handgriff, den sie von den Schablonen nehmen, bringt die Teile zum Atmen. Technisch einwandfrei, aber fischblühend und gefühllos, passt jeder Look und jede große Hitgeste genau.

An dieser Stelle möchte man sich statt dessen den schrecklichen puren Zauber wiedergeben. Das" Farbenspiel" gliedert sich in Herbst, Winters emester, Frühjahr und Sommers. "Lassen Sie sich von uns bezaubern mit der geheimnisvollen und finsteren Jahreszeit: Winter", erläutert Helene salbend, und singt kurz darauf in "Feuerwerk": "Heute geht die Welt vom Kurs ab / Niemand will nach Haus / Zelebrieren wir das Sein / Und das reine Glücksgefühl / Kommen Sie als Wunderwerk zurück!

Hier gilt: "HAMBURG! Sie schaukeln mit dem Gesäß und blasen fleissig in ihre Kammermusik. Das Ballett des Deutschen Fernsehens erfährt eine Wiederbelebung nach der anderen, "Forgive, Forget and Trust Again" weist mehr Ähnlichkeiten zu ihm auf, als mancher Gothic sich wünscht. Auch in diesem Spannungsfeld ist "HAMBURG!

Moppsfidel verweist auf die Fischer Michael Jackson, die Black Eyed Peas und hört nicht einmal bei The Verves "Bitter Sweet Symphony" auf. Den krönenden Abschluss bildet ihr "Rock-Medley", in dem sie John Farnhams "You're The Voice", Joan Jetts "I Love Rock'N' Roll", Van Halens "Jump" und Bon Jovis "Livin' On A Prayer" mit flammender Schutzweste und Kiss-Shirt genießt.

"Hamburg, die 80er sind zurück, also spring! "Hamburg ist beinahe so schlecht wie 1962, aber dieses Mal gibt es keinen Helmut Schmidt, der dich erlösen kann. Die Bergspitze des Firlefanz wird vom "Farbenspiel Leben - Die Tournee" mit "Fly" erklommen, in dem Silbereisen Holde über einem riesigen goldenen gegrillten Huhn namens "Birdy" schmachtet.

Das gelbe "I Love Hamburg "-Shirt, das sie wie Big Bird aus der Sesamstraße erscheinen läßt, wird auch in der gewohnten Remmidemmi-Version wiedergegeben. Jetzt alle: "Ich und du / Müllers Kuh / Müllers Affe / Das bist du / HAMBURG!

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