Landtagswahl Saarland

Saarländische Landtagswahlen

Rund um die Wahl im Saarland. Beiträge und Informationen zur Landtagswahl im Saarland. Der saarländische AfD machte immer wieder Schlagzeilen mit rechtsextremen Kontakten. Morgen wird im Saarland ein neuer Landtag gewählt. Anlässlich der Landtagswahl im Saarland haben Katja Kipping und Bernd Riexinger ein erstes Statement abgegeben.

Im Anschluss an die Landtagswahlen: Das saarländische Wahlergebnis - Berichtsseite

Dieses Mal beeilt sich Martin Schulz etwas zu früh zum Pult; mit kleinen Stufen dreht sich der SPD-Chef so durch das Eingangsfoyer im Willy-BrandtHaus, dass die anderen nicht folgen. Der Groupie -Schrei, mit dem die SPD seit einigen Tagen ihren Bundeskanzlerkandidaten zelebriert, fehlt, darunter der "Martin, Martin! Es gäbe an diesem Tag eine Positiv- und eine Negativseite, sagte Schulz.

Nein, die SPD uebernimmt nicht die saarlaendische Landesregierung. Nein, die ersten Landtagswahlen im Jahr der Bundestagswahl werden nicht mit dem prozentualisierten Schulz-Effekt enden. Nein, Angela Merkel empfindet auch an der Saar keine Respektlosigkeit. Infolgedessen erinnert uns die Genossin in der SPD-Parteizentrale ein wenig an manisch-depressive Menschen - jubelnd in den Himmel, urplötzlich zu Tode traurig.

Gerade mal eine ganze Weile ist es her, dass die SPD ihrer neuen Hoffnung in der ehemaligen Halle der Halle der Treptower Halle 100-prozentig Glauben schenkte. Auf dem Bundesparteitag lag das Gerät quasi an der Spitze - und Schulz sagte voraus, dass Anke Röhlinger die SPD zur stärkste Macht im Saarland machen und CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer abloesen wird.

"Das Gejammer wird noch deutlicher, wenn die SPD bei den 30, immer noch unter den 30,6 Prozentpunkten, die sie 2012 von der Saar bekommen haben, stehen bleibt. Lafontaines Linker hat ordentliche 13% erreicht, die Gruenen sind wie die FDP aus dem Landesparlament ausgeschieden. Lediglich die rund sechs Prozentpunkte für die kurze, grausame Spielfreude der SPD - zumindest die Rechte - werden herausgeschnitten.

Sie ist eine ganz schön üble Darstellerin. Wenn die kleine, schlanke Dame vor dem Parlament in Saarbrücken aus dem Firmenwagen steigt, lächelt sie übermütig um den Mund: "Ich war auch erstaunt, dass das so einleuchtend ist. "Du hast dich hier geduzt." Immer ging es um die ihr so ähnlich gelagerte Dame, dass der Bundeslinke Dietmar Bartsch die saarländische Dame beim Wahlkampf-Ausflug an die Saar kürzlich "kleine Merkel" nannte, natürlich mit polemischen Absichten.

Nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Bundeskanzlerin hat die "kleine Merkel" gesiegt. "Kramp-Karrenbauer: Wir haben nebeneinander gekämpft." Peter Tauber steht im König-Adenauer-Haus auf der Buehne, seine Stimmen werden beinahe umgedreht: "Es gibt einen klaren Sieger", fordert der CDU-General den Applaus im Vorraum.

Frau Merkel muss endlich in den Bundestagswahlkampf! Kanzleramtschefin Merkel kommt aus Saarlouis und leuchtet über beide Wangen: "Heute Nacht sind wir alle saarländisch! Ein populärer Landespolitiker konnte ihren offiziellen Bonus in einer polarisierenden Bundestagswahl spielen - ein gutes Zeichen für Schleswig-Holstein und für Hannelore Krafts in Nordrhein-Westfalen, die bei den kommenden Wahlen antreten müssen.

Die saarländischen Besonderheiten sind also durchaus überlegenswert. Wäre die These vorher gültig, dass der "Schulz-Zug" mit diesem Wahlkampfabend seine Reise zum Bundeskanzleramt unaufhörlich antreten wird - ist es nun genau andersherum richtig, dass mit dem fabelhaften Fahrzeug schlagartig gebremst wird? "schreit der begeisterte Taubermann. Der Saar-SPD lag im Jänner, also in der Zeit vor Schulz, mit rund 25 Prozent noch sehr zurück.

So ist der Wert von heute nicht ganz 30 % ein klarer Zuwachs. Der Wähleranteil ist um gut zehn Prozentpunkte angestiegen. Der Schulz macht alle mobil, auch seine Gegenspieler. Auf einmal muss Schulz über lange Applauspausen nachdenken. Top-Kandidatin Rehlinger wird dort wie bisher weitermachen: Bundeswirtschaftsministerin unter Kramp-Karrenbauer.

Dabei kann sich allerdings nicht wirklich eine solche Entwicklung erhoffen, denn das wäre dann das vierte und nicht das erste Ministerkabinett von Merkel. Frau Merkel ist kein Krampkarrenbauer, bei allen Vorbildern. "Wir wollen einen Machtwechsel in Berlin erreichen", sagt Schulz. "Dies ist ein Langdistanzlauf und kein Sprint", warnt Schulz die anderen und sich selbst.

Bei Annegret Kramp-Karrenbauer ist es vorbei.

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