Mit Barbie

Bei Barbie

Barbie kann jetzt auch ein Handwerker sein. Was hat sich Barbie im Laufe der Jahre entwickelt? Worauf sich die Kunden in Zukunft verlassen müssen. Die Revolution beim Spielzeughersteller Mattel: Jungen spielen mit Barbie-Puppen. Willst du ein richtiges Training mit mir und meinen Freunden machen?

Goldzaunpfosten 2018 für rosafarbene Barbie-Versuche

Die Negativauszeichnung Goldene Kaunpfahl verurteilt das sexistische Gender-Marketing. Besonders begeistert war die Fachjury von "Barbies Experimentierkasten" mit Waschtisch und Schuhgestell. Tests mit Garderobe, Schuhablage und Waschmaschine: Die "Barbie-Experimentierbox" für Mädels mit angeblich typischen Frauenthemen wurde mit dem Golden Fence Post 2018 prämiert. Pressesprecherin und Linkspolitikerin Anke Domscheit-Berg und die Schriftsteller Alma Schnerring und SaschaVerlan wollten dem Kosmos-Verlag am kommenden Donnerstag in Berlin den Negativ-Preis für "absurde Exzesse des Gender-Marketings" zuerkennen.

Das Preisgericht begründet seine Entscheidung wie folgt: "Die Box steht unter dem Vorwand der Gleichberechtigung, stellt abermals Beauty, Consumption und Fashion als weibliches (Haupt-)Interesse in den Mittelpunkt. "MINT Themen aufregend für Barbie-Mädchen vorbereitet", steht in der Artikelbeschreibung. Es wird davon ausgegangen, dass Frauen nur dann an Technologie interessiert sind, wenn diese in Pink eingepackt ist.

Erotik & Identität: Alles fing mit Barbie an....

Die Barbie-Puppe war der Anfang. Sie war sechs oder neun Jahre jung, und die Puppe waren ihre Nachkommen. Das kleine Kind durfte im Rahmen des Spiels die Vollmacht einer voll erwachsenen Hausmutter in Anspruch nehmen und an den Kindern alle Erziehungs- und Pflegeaktivitäten durchführen, die sie aus dem Alltagsleben mit ihrer eigenen Mama kenn.

Das könnte ich mit Barbie nicht machen. Die elegante Frau machte aus der Puppenhalterin eine kleine Schwägerin, die in Barbie das ideale Bild für sich wiedererkannte. Und wenn das spielbereite Girl nun ihre eigene Mama kopiert hat, dann nicht mehr in der Funktion des Anbieters, sondern in der des Liebhabers.

Fünf Jahre alte Mädels springen am Meer in Bikini herum, deren Tops auf ihren geschmeidigen Brüsten merkwürdig aussichtslos sind. Zehn Jahre alte Jungen kennzeichnen den Kerl in gepolsterten Jacketts und rauchen ohne einschüchternde Stoppeln im Mund ihrer Kinder. Der Verbraucherzirkus wird von der Pop-Branche mit entsprechenden Sounds und dem Magazinmarkt mit Kommentarmagazinen wie Bravo untermalt.

Alle relevanten Branchen sind in die Fussstapfen der Barbie-Puppe gerückt. Seid doch mal ein Mann - nein, seid ein Mann! Das Männerwesen der Jungen kommt mit allen möglichen Einstellungen und Zielsetzungen zurecht, die nichts oder nur wenig mit Geschlecht zu tun haben wie - zum Beispiel sportliche Betätigung, Durchsetzungskraft, politische Einstellung und Technologie - das weibliche Wesen der Jungen ist unmittelbar und zentrales Verhältnis zu ihrer Geschlechtlichkeit und damit zum Mann.

In Bravo Girl gibt es auch einige Neutraltexte über Medikamente, Geheimnisse oder den Schutz von Tieren, aber diese sind so marginal, dass man sie beinahe übersehen kann. Der Fokus liegt auf dem weiblichen Narzissismus, der von einer unendlichen Reihe von Moden, Kosmetika, Tratsch und Ratschlägen im Stile von "Wie lange soll ein Mädel abwarten, bis sie ja sagt?

Ein trauriger Scherz ist, dass sich die Jungen des gleichen Alters kaum um Frauen kümmern und dass der gewaltige Kraftaufwand für das erste Mal" schließlich ins Nichts geht: in den Traum, in die Fantasie und in den Bravo Girl-Kauf. Die Barbie hat auf der ganzen Strecke gewonnen.

Ihre Erfolge, die auch der des Bravo Girl sind, werfen die Fragen auf, ob die bisherige Abneigung gegen Kindersex richtig war. Also war es ein Irrtum aus vergangenen Tagen, der Puppe ein Kleinkindgesicht anstelle der Erotik der Barbie zu geben? Dr. Sommer, alter Briefkastenonkel von Bravo und Spezialist für Erotikfragen, kommentiert in einem Gespräch mit der FAZ im Okt. 2005.

Es ist gefährlich, junge Menschen vor Sexualerfahrungen zu schützen und ihnen das Recht auf sexuelle Betätigung zu verweigern. "Dr. Summer redet nicht über die Sicherheit von Kindern. Kurzum, es ist zweifelhaft, ob es immer von Vorteil ist, junge Menschen zur "Praxis der Sexualität" zu beraten. Falls die Fragestellung ist, ob es sinnvoller und besser ist, die Baby-Puppe oder die Barbie-Puppe zu bieten, muss man zugeben, dass sie offen ist.

Die Barbie kann den Werbespot gewinnen, aber nicht den sittlichen. Das Sexualleben als Anspannung, Mysterium, Lebensinhalt und Verheißung des Glücks ist so stark, dass es sich beinahe immer einer bestimmten Beachtung erfreuen kann, wenn sein Gegenstand berührt wird, selbst bei sehr kleinen (oder alten) Menschen, die weit von der Übung entfernt sind.

Kurzum: Sie können mit entsprechenden Angeboten zu einer vorzeitigen Vertretung ihrer sexuellen Identität auffordern. Sie sind schutzlos. Der Wunsch nach Freiheit, den er ins Spiel bringt (jeder sollte in der Lage sein, jederzeit Geschlechtsverkehr zu haben, ganz gleich wie alt er ist), hatte seinen gesunden Menschenverstand, als die Geschlechtlichkeit noch von einem Tabu umgeben war.

So kann die Zulässigkeit der Entscheidung, ob dies auch für das Kind gilt, geprüft werden. Der Vorteil für Lieferanten von bauchlosen Tops der Grösse 34 und Bravo Girl liegt auf der Hand. 3. Aber was heißt Sex-Theater für die Mädels und Jungs selbst? Jetzt haben wir auch den Gegen-Diskurs zu Bravo Girls weichem, rosa, klebrigem Sex-Talk, und das ist die Missbrauchs-Debatte mit ihren härteren, düsteren, Pessimistisches über die Menschheit und ihre Fähigkeiten, gleichzeitig menschlich und kindgerecht als Sexualwesen zu sein.

Nicht, dass sich die kleinen Mädels (und Jungen) verwöhnen ließen, weil sie durch das Lesen von Bravo verwöhnt wurden, so leicht ist es nicht. Stattdessen geht die Geschlechtsbestimmung der kindlichen Welt mit einer Trivialisierung der Geschlechtlichkeit einher, die selbst nicht unbedenklich ist. Wo sich die Debatte über Kindesmissbrauch in eine Verteufelung der Geschlechtlichkeit verwandelt, komplementieren sich diese beiden Vorträge.

Wie destruktiv es für ein Kind ist, wenn es vorzeitig, gewalttätig und ungewollt in sein eigenes Dasein eintritt. Manchmal haben sie das Gefühl, dass die noch zu entdeckende Geschlechtlichkeit tiefer liegende Geheimnisse enthält, als es das Dr. Sommer-Format erlaubt . Noch eine gute und in unserer Zeit kaum ausgesprochene Vorstellung traut sich, Geschlecht nicht nur als Lustquelle, sondern auch als Ursache von Furcht, Schmerz und Überlastung zu betrachten und die Fragestellung zu beantworten, ob der relativ geringe Geschlechtsverkehr von Kleinkindern keinen Nutzen bringt.

Am Anfang der Geschlechtsreife nimmt die Geschlechtlichkeit mit ihren Selbstinszenierungen und der Partnersuche den Menschen, seine spirituellen Ansprüche, seine mentalen Kräfte und seine Lebenswünsche an sich. Es wäre zum Beispiel denkbar, wenn das Bioprogramm eine Lebensphase des Menschen vorsehen würde, in der die Geschlechtlichkeit keine Möglichkeit hat, das eigene Verhalten zu steuern, und in der die Lernbedürfnisse der Jugendlichen einen breiten Spielraum erhalten.

Zahlreiche ältere Schülerinnen und Schüler nutzen dieses Zimmer. Man spielt Fussball als Mädel, als Junge mit Puppe, wickelt sich um den Körper, was man gerade findet, ohne sich um sein Kostüm und seine Auswirkung zu sorgen, kurz: man widersetzt sich den Tendenzen der Sexualisierung oder nimmt sie gar nicht wahr. Barbie-Puppenhalter behandelten das Sexy Girl in ihrem Puppehaus genauso wie Teddy und Baby, fütterten sie und bedeckten sie in der Nacht zum Schlafen.

Einige Kerle ab zehn Jahren haben nichts im Kopf mit Macho-Posen, Bastelei mit den Geschwistern und dem Dichten. Da gibt es auch mal 13-jährige Mädels, die sich weigerten, Supersex zu sein und Kerle, die nicht unterkühlt sein wollen. Möglicherweise sind diese charaktervollen und glücklichen Schülerinnen und Schüler zudem mit einer verbesserten Zukunftsprognose für ihre schulischen Leistungen aufwarten.

Wenn dem so ist, haben Barbie, Bravo und alle Konsumgüterindustrie, die in Sachen Geld die Grenzen zwischen Kinder- und Erwachsensein immer weiter ziehen wollen, an einem riesigen, dummen Programm gearbeitet. Gibt es etwas zu beschützen an den fragilen, verunsicherten Lebewesen, die meist pubertär sind, ist es das in ihnen befindliche Kleinkind, das die ganze Erde kennenlernen will und sich noch nicht für ein Gender entscheidet.

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