Ritter Mittelalter

Mittelalterliche Ritter

Ritter- oder Adelstöchter wuchsen sehr behütet auf, um ihre Ehre und Unschuld nicht zu verlieren. Weshalb wird das Mittelalter oft als "dunkles Zeitalter" bezeichnet? - Begleiten Sie Wigald Boning auf seinem Ausflug ins Mittelalter. Mit einer ausführlichen Stellenbeschreibung stellt die Show den "Traumberuf" Ritter vor und zeigt Highlights und Gefahren der Ritterlaufbahn. Mit diesem Workshop begeben wir uns auf eine Zeitreise ins vermeintlich dunkle Mittelalter.

Ritterstand im Mittelalter

Schon zur Zeit der Carolinger entwickelte sich eine soziale Unterscheidung zwischen Bauer und Krieger. Jahrhunderts zogen auch die nicht freien Ministerien in diese obere Klasse ein. Gleichzeitig entwickelte sich das Ritteramt mit seiner höfischen Ritterkultur. Seinen Höhepunkt erlebt das Adelsgeschlecht im XII. und XIII. Jh. Er war ein professioneller Krieger.

Es handelte sich vor allem um Schwerter, Lanzen, Helm, Kettenhemd und Schutzschild. Anstelle des geöffneten Helmes, wie bei den Kriegern der karolingischen Zeit gewohnt, tragen die Ritter in der Regel einen geschlossenen Helm mit Visieren oder Schlitzen. In der kleinsten militärischen Gruppe befand sich ein Ritter mit einem oder zwei Gehilfen (Knappen oder Dienern) und drei oder mehr Ross.

Im Mittelalter wurde der defensive Charakter der Ritter als Begründung für ihre privilegierte Position angesehen. Das ist nicht offensichtlich, da es auch Kulturkreise gab, in denen der Kampf als untergeordneter Dienst angesehen wurde (z.B. im Kaiserreich). Das Rittertum hatte die soziale Funktion, die Gemeinde und die Menschen zu beschützen, die sich nicht wehren konnten.

Dieses Verlangen stellte die Gemeinde an die Ritter. Gleichzeitig trat die Gemeinde an den Ritterstand heran und fing an, ihn günstig zu beurteilen. Die Bezeichnung Meilenchrist, die zunächst für Gefallene und später auch für Ordensbrüder gilt, wurde im Hochmittelalter auch für Ritter verwendet. Bei den Kreuzzügen wurden auch religiöse Orden von Orden der Ritter begründet, die nicht in das herkömmliche System der drei Ländereien (Bauern, Adlige, Geistliche) einpassten.

Zu den bedeutendsten Ordensgemeinschaften zählten der Tempelritter, der Johanniter- und der Deutschlandorden. Im Mittelalter pflegten Ritterstand und Adelige eine besondere ritterliche Hofkultur, zu der gewisse Statussymbolen zählte. Die Ritter wollten sich von der Arbeiterklasse, den Bürgerinnen und Bürger und den Bauernfamilien unterscheiden, durch wertvolle Bekleidung mit figurbetonten Gestalten, durch "höfisches" Verhalten und durch Vergnügen wie Turniere, Jagd und Brettspiele wie Schach.

Die für die Jagt benötigten Hunde, Pferde und Falken wurden zu Rittersymbolik. Das ritterliche Hofwesen verlangte vom Ritter ein gewisses Selbstverständnis. Ritterliche Vorzüge waren Bescheidenheit (diemüete), Loyalität (triuwe), Stabilität (staete) und Mäßigkeit ("mâze"). Oft wird auch "Höflichkeit" (hövescheit, curialitas) genannt, also das an einem Fürsten- oder Königshof gebräuchliche Brauchtum.

Der höchste Stellenwert des Ritterschlags war der sogenannte Rittermut, eine geistige Aufbruchstimmung, die mit der Lebenseinstellung des Ritters in engem Zusammenhang stand. Ein Ritter sollte seine Größe immer wieder durch Probeaufführungen unter Beweis stellen. Und wer könnte ein Ritter werden? Die Ritter wurden durch einen formellen Erhöhungsakt, der in der Regel im Alter der Mehrheit durchgeführt wurde, zu männlichen Mitgliedern des Adeligen.

Ab etwa 1350 wurde die Schwertführung durch den Ritterorden ersetzt. Zu speziellen Anlässen, zum Beispiel nach einer Schlägerei, am Grabmal in Jerusalem oder bei einer Reichskrönung in Rom, konnten auch Nicht-Edelmänner das Rittertum erringen. Jh. entstand die Idee, dass nur die Rittersöhne selbst Ritter werden konnten.

Aus dem Ritterstand entwickelte sich so ein "Geburtsort" als "Beruf". Das Hochadel hat nun verstärkt die Freiheit der Geburten und weniger die Bindung an den Ritterstand betont. So wurde der Ausdruck "Ritter" zur Berufsbezeichnung für den Unteradel, der vor allem aus Ministern besteht. Bis zum Ende des mittelalterlichen und teilweise auch darüber hinaus blieben die Rittertugenden jedoch für den ganzen Hochadel wichtig.

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