Rittertum

Adelsstand

"Das Rittertum und der Feudalismus gehören in ihrer Geschichte untrennbar zusammen" (Josef Fleckenstein). Das neue Selbstverständnis der Adligen als tugendhafte religiöse Kämpfer mit der Waffe ebnete den Weg zum Rittertum. Der Versuch, den Begriff "Rittertum" zu definieren. Ihr nennt sie Ritter; was ist das?

Das Rittertum im Mittelalter' erscheint mehrfach und kann daher nicht eindeutig zugeordnet werden.

Mittelalterliches Rittertum in der Historie | Studentenlexikon

Der Ritterstand hat seinen Ursprung im Germanenreich. Der Begriff des Ritters rührt daher, dass sie zu Pferd kämpften. Sie waren daher Reiter, kurz gesagt Springer, ausgestattet mit Helm, Schutzschild und Speer, Kettenhemden und Schienen für Arme und Beine. Als die Anforderungen an Kampftechnik und Rüstung zunahmen und die Möglichkeit der einfachen Landbevölkerung überschritten wurde, wurde der Volksmob im hohen Mittelalter von der Ritterarmee endgültig ausgelöscht.

Man könnte ein Springer werden, wenn man sich ein gut ausgebildetes Kampfpferd, Knappenpferde und für den Materialtransport sowie die teuren Geräte selbst leistet, also einen gewissen Wohlstand hat. Der " Ritterstand " hat sich im Lauf der Zeit zu einem edlen Staat entwickelt, dem man von Natur aus angehört. Ab Ende des zwölften Jahrhunderts konnten nur noch Rittersöhne wieder ritterlich werden.

An den kaiserlichen und fürstlichen Höfen war der Springer zur führenden Figur der Gemeinschaft geworden. Man hielt es für edel, ein Springer zu sein und wie ein Springer zu sein. Und so weihte FRIEDRICH I. BARBAROSSA seine beiden Kinder zu einem prächtigen Pfingstfest 1184 in Mainz, an dem 70.000 Springer teilnahmen.

In Südfrankreich stammt die Ritterlichkeit des mittelalterlichen Zeitalters. Seinen Höhepunkt erreichte er in der Zeit der Evangelisation und unter den Hohenstaufener Königen des zwölften Jahrhunderts. Der Verfall des Ritters als Ornament der Hofgesellschaft fand am Ende des ausgehenden Mittelalters ein. Den Rittern blieb keine Möglichkeit gegen diese Kampfeinheiten, sie sahen sich eher als einsame Kämpfer, die als freier Meister auch die Freiheit im Kampfe einforderten.

So wurde die Disziplinlosigkeit zum Schicksal der Ritterarmeen. "Stirb, Götz! - Du hast dich selbst und den Adel überlebt", sagt GOETHE symbolhaft dem verstorbenen Götz von Berlin für das ganze Rittertum. Jahrhundert verengte die Ausdehnung der Gebietskörperschaften in Deutschland durch die Prinzen zunehmend den Bereich des Unteradels, dem die meisten Springer gehörten.

Darüber hinaus hat sich der ökonomische Aufschwung in die Schwellenländer verlagert. Die Ritterelite der Mittelaltergesellschaft verliert damit politisches Gewicht und ökonomische Durchschlagskraft. Beide führten dazu, dass immer mehr Springer in die Großstädte zogen. Dies waren auch die Gründe, warum der Rückgang gleichzeitig mit einem beträchtlichen Reputationsverlust des Ritters einherging.

Auch heute noch redet man von ritterhaftem Benehmen, wenn man sich respektvoll, grosszügig und vor allem hilfreich aufführt. Die Wertvorstellungen gehen auf die Eigenheiten der Ritterethik im Hochmittelalter zurück: Aus dem Rittertum entstand ein ritterliches Ehrenwort, das für den gesamten Hochadel bindend wurde: Die Triuwe (Treue) zum Feudalherren steht an der Spitze der Rittertugenden, zu denen auch das vorgegebene Wort und die ständige Gottesliebe gehören.

Die zusammengenommenen Vorzüge sollen den Springer zu (Selbstdisziplin) und einem beispielhaften Zusammenleben anleiten. Diese Rittertugenden verpflichten jeden einzelnen Springer, für Ruhe und Gerechtigkeit zu sorgen, die Ärmsten und Schwächsten zu schützen, den geschlagenen Gegner zu schützen und Gott und der Gemeinde zu dienen. Das Benehmen eines Kavaliers hingegen musste durch Höflichkeit unterschieden werden:

Es war neben der festlichen Bekleidung oder geistreichen Unterhaltung eine ehrfurchtsvolle Einstellung gegenüber der Dame, der "höfischen Liebe", die vom Springer einfordert wurde. Jahrhundert sind es die Poeten und Troubadouren, die die wahre Leidenschaft für die Musik singen.

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