Wimmelbilder für Erwachsene

Versteckte Bilder für Erwachsene

Versteckte Objekte und Wimmelbildbände, Kinder- und Pferdebücher, Comic-Stil für Kinder und Erwachsene und Silhouetten von Kartonkunst aus einer Hand. Erwachsene können alle Gehirnjogging betreiben. Viele sagen aber, dass sie eigentlich Wimmelbildobjekte für Erwachsene und weniger für Kinder sind. Zahllose charmante kleine Szenen ergeben ein großes, reichhaltiges Bild, das Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen Spaß machen kann. 10 Fehler schlichen sich in das alte Wimmelbild.

Lars van den Brink und seine versteckten Objekte für Erwachsene

Scheint so, als würden sie Boote gehen lassen. Außerdem sehen sie aus, als würden sie nur einen Drache fliegen, tanzten oder lange Rock und weisse Mützen aufziehen. Man darf sich aber nicht von diesen Fotos voller Menschen betrügen lassen, die etwas Unbedenkliches, ja Banales tun. Boote gehen zu lassen ist nur ein Zeitvertreib.

Wer es alleine macht, ist ein Meditationshobby. Das ist ein gewöhnliches Steckenpferd. Was die Therapeutin immer wieder aufs Neue versicherte, erfährt man sehr direkt mit den Booten: Natürlich kann man diese beruhigende Einsicht nur erreichen, wenn der Anlass für das Treffen etwas Nicht-Kommerzielles ist, etwas Reine, wofür man seine freie Zeit nutzt, weil es Vergnügen gibt.

Für den holländischen Fotograf Lars van den Brink war es jedoch von großer Bedeutung, Menschen zu suchen, die Augenblicke miteinander verbinden, an die sie wirklich geglaubt haben. Ein halbes Jahr lang reiste van den Brink zusammen mit seiner Ehefrau und zwei seiner Töchter durch Europa, um Schauplätze des Treffens zu ergründen.

Diese Wimmelbildobjekte sind nur für Erwachsene.

Hieronymus Bosch wollte den Zuschauer mit Bildern wie "Das letzte Gericht" sittlich schulen. Das prächtige Buch "Hieronymus Bosch", gerade im Taschen Verlagshaus herausgegeben, ist ohne Zweifel ein "Bildband". Es gibt keinen Anlass, sich über den kulturellen Pessimismus zu beklagen, denn in den Bildern von Bosch ging es immer mehr um Unterricht als um Schock.

Andere Leute waren für die Breitwandunterhaltung verantwortlich, allen voran Michelangelo, der überdimensioniert an die Decken der Sixtinischen Kirche malt, als Gott Adam den Funken des Lebens gibt. Hieronymus Bosch hingegen wurde für den privaten Dialog erschaffen und allmählich dekodiert. Daß der niederländische Gemäldemaler aus Hertogenbosch eine Möglichkeit hatte, die Holzpaneele mit Figuren zu überladen, erklärte Stefan Fischer, als er den evangelischen Matthäus zitierte, als er das Triptychon "Das letzte Gericht" (um 1506) von Bosch beschrieb: "Viele werden berufen, aber nur wenige werden ausgewählt".

Bei Bosch steht der sittlichen Verworfenheit der Massen die Perspektive der individuellen Befreiung gegenüber. Bauherr für "Das letzte Gericht" war Herzog Philipp der Große, der auch als Herrscher von Castilla und Leon amtierte. Im " Letzten Gerichtsurteil " schuf Bosch einen dunklen Mittelabschnitt zwischen der Ausweisung aus dem linken und dem teuflischen Reich der Dämonen auf der rechten Seite, der für ewig vergängliche Todessünden wie Lust oder Unersättlichkeit steht.

Im Vordergrund des Bildes mit Krötenlauf und allerlei gezogenen Messern soll auf die Todessünde des Zorns hingewiesen werden - vermutlich als Warnhinweis für einen kriegslustigen Herzensgott. Hieronymus Bosch stellt auch die anderen wichtigen Bilder des Künstlers aus, wie "Die Verführung des hl. Antonius" (um 1502) oder den "Garten der irdischen Freuden" (um 1503). Schon allein das Volumen macht die hohe Qualität von Bosch auf ganz spezielle Art und Weise erlebbar:

Er ist die Erziehungskunst für Erwachsene, und doch sehen wir seine Bilder als Wegbereiter für die lehrreichen Wimmelbildbücher unserer Kinder. Lediglich der Füchs und der Schwanz in den Bildern des Künstlers sind keine natürlichen Wesen auf dem Hof, sondern Sinnbilder der Verführung und des Glaubens. Bei Bosch vermischen sich das Ausländische und das Bekannte, das Tägliche und das Abseits.

Sein Rezept für das Gemütliche und Unbequeme funktioniert auch heute noch.

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