Wie Sie Ihrem Kind helfen, besser zu schlafen

boy reading Tom's book on bed

Es ist nicht immer leicht, kleine Kinder in den Schlaf zu wiegen. Jüngste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Menge an hellem Licht, der Kinder in der Stunde vor dem Schlafengehen ausgesetzt sind – sei es von Glühbirnen oder elektronischen Geräten – einen großen Einfluss auf das Schlafverhalten haben kann.

Dahinter steckt die Chemie. Unser zirkadianer Rhythmus – eine Art innere 24-Stunden-Gehirnuhr, die regelmäßig zwischen Schläfrigkeit und Wachsamkeit wechselt – nutzt Melatonin, das natürliche schlaffördernde Hormon unseres Körpers. Melatonin ist sehr empfindlich gegenüber Licht. Wenn das Tageslicht gegen Ende des Tages schwächer wird, ist unser Körper darauf programmiert, auf den Rückgang des Lichts mit einer erhöhten Produktion von Melatonin zu reagieren. Das ist die Art der Natur, uns in den Schlaf zu führen. Künstliches Licht kann jedoch den zirkadianen Zyklus stören, indem es die Produktion von Melatonin hemmt.

Untersuchungen über die Auswirkungen von Licht auf Kinder im Vorschulalter haben ergeben, dass Kinder besonders empfindlich auf Lichteinwirkung in der Stunde vor dem Schlafengehen reagieren.1 (Aufgrund der klaren Augenlinse und der großen Pupillen reagieren Kinder generell empfindlicher auf Licht als Erwachsene). Einigen Forschern zufolge kann die abendliche Lichtexposition mit ihrer melatoninunterdrückenden Wirkung die Wahrscheinlichkeit von Schlafstörungen bei Kindern im Vorschulalter erhöhen.2 Wenn die Kleinen aus einem dunklen oder schwach beleuchteten Schlafzimmer schlurfen, um den Eltern zu sagen: „Ich habe Durst“ oder „Ich habe ein seltsames Geräusch gehört“, reduziert das helle Licht, dem sie ausgesetzt sind, ihre Melatoninproduktion, was es ihnen umso schwerer macht, einzuschlafen, wenn sie wieder im Bett sind. Selbst das Vorlesen von Gute-Nacht-Geschichten in einem hell erleuchteten Raum kann das Einschlafen am Ende der Geschichte erschweren. Wann immer es möglich ist, ist es ratsam, das Umgebungslicht zu dimmen, sowohl im Zimmer des Kindes als auch in allen Räumen, in die es gehen könnte.

Mobile elektronische Geräte mit ihren hellen weißen Bildschirmen stellen ein ähnliches Risiko dar. Bis zu 90 % der Kinder im Vorschulalter nutzen diese Geräte, oft in der Stunde vor dem Schlafengehen.3 Aber nicht nur Vorschulkinder, sondern Kinder aller Altersgruppen kleben bei der letzten Aktivität des Tages am Bildschirm. Studien haben ergeben, dass der Melatoninspiegel nach der Lichtexposition noch fast eine Stunde lang unterdrückt bleibt – Zeit, in der man sich hin und her wälzen kann und den wichtigen Schlaf verpasst. Eltern könnten die letzte Stunde vor dem Schlafengehen zu einer gerätefreien Zeit erklären oder darauf bestehen, dass Kinder die Helligkeit ihrer tragbaren elektronischen Geräte weit nach unten schieben.